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Sitzungsbericht 15. September 2026

Aus dem Gemeinderat - Gemeinderatssitzung vom 15. September 2026

Wald, Windenergie und Gemeindefinanzen im Mittelpunkt

In seiner öffentlichen Sitzung am 15. September 2026 befasste sich der Gemeinderat mit verschiedenen Themen aus den Bereichen Gemeindewald, Windenergie und Gemeindefinanzen. Alle Beschlüsse wurden einstimmig gefasst bzw. die entsprechenden Berichte einstimmig zur Kenntnis genommen.

Rückblick auf das Forstwirtschaftsjahr und Planung für 2027

Zu Beginn stand der Gemeindewald im Mittelpunkt. Der Gemeinderat erhielt einen Rückblick auf das Forstwirtschaftsjahr 2026 sowie einen Ausblick auf die geplanten Maßnahmen im Jahr 2027.

Der Wald war auch 2026 von den Witterungsextremen geprägt. Nach ausreichenden Winterniederschlägen und einem frühen Vegetationsbeginn führten insbesondere die hohen Temperaturen und die ausgeprägte Trockenheit im Sommer zu einer deutlichen Belastung der Waldbestände. Sichtbar sind unter anderem Vitalitätsverluste, eine frühzeitige Blattverfärbung und Blattverluste. Besonders betroffen sind Buche, Bergahorn und der Unterstand. Bei der Fichte zeigte sich das Schadgeschehen dagegen vergleichsweise gedämpft.

Für 2027 sind unter anderem auf rund 2,3 Hektar Bestandspflege, auf 1,1 Hektar Pflanzungen und auf 35,4 Hektar Holzernte vorgesehen. Die gesamte bewirtschaftete Waldfläche der Gemeinde umfasst rund 335 Hektar.

Für das kommende Jahr ist ein Gesamteinschlag von 1.855 Festmetern vorgesehen. Davon entfallen 890 Festmeter auf Nadel-Stammholz, 125 Festmeter auf Nadel-Industrieholz, 250 Festmeter auf Laub-Stammholz, 210 Festmeter auf Laub-Industrieholz und 125 Festmeter auf Brennholz.

Auch die wirtschaftliche Planung des Gemeindewaldes wurde vorgestellt. Die Holzerlöse stellen dabei einen wesentlichen Bestandteil der Erträge dar. Der Gemeinderat stimmte der vorgestellten Jahresplanung für 2027 einstimmig zu.

Anpassung der Forsteinrichtung

Anschließend wurden die Ergebnisse der Zwischenprüfung der Forsteinrichtung vorgestellt. Bei der Forsteinrichtung handelt es sich vereinfacht gesagt um die langfristige Betriebsplanung für den Gemeindewald.

Die bisherige Forsteinrichtungsperiode seit 2021 war insbesondere durch zusätzliche Holznutzungen infolge von Dürre, Insekten und Pilzerkrankungen geprägt. Dadurch wurde ein größerer Teil der ursprünglich vorgesehenen Holznutzung bereits vorzeitig umgesetzt.

Für die verbleibenden Jahre ist deshalb eine Anpassung der Planung erforderlich. Vorgesehen ist unter anderem eine moderate Erhöhung der verbleibenden jährlichen Hiebsätze. Gleichzeitig sollen die Wiederbewaldung von Schadflächen und die aktive Anpassung des Waldes an den Klimawandel verstärkt werden.

Die Gesamtnutzung für die Forsteinrichtungsperiode 2021 bis 2030 soll von bisher 21.500 Festmetern um 2.500 Festmeter auf insgesamt 24.000 Festmeter erhöht werden. Außerdem soll die Anbaufläche auf 13,5 Hektar angehoben werden. Bei der Jungbestandspflege reduziert sich die geplante Fläche dagegen von ursprünglich 29 Hektar auf 18,1 Hektar.

Der Gemeinderat stimmte der vorgeschlagenen Anpassung einstimmig zu.

Windpark Waidachswald: Gemeindliches Einvernehmen erteilt

Ein weiterer wichtiger Tagesordnungspunkt war der geplante Windpark Waidachswald. Für das Vorhaben wurde beim Landratsamt des Neckar-Odenwald-Kreises die Genehmigung zur Errichtung und zum Betrieb von insgesamt 16 Windenergieanlagen beantragt. Drei dieser Anlagen sollen auf der Gemarkung Roigheim errichtet werden.

Für die geplanten Anlagen des Typs Nordex N175-6.8 MW sind eine Nabenhöhe von 199 Metern und ein Rotordurchmesser von 175 Metern vorgesehen. Die Gesamthöhe beträgt rund 286,5 Meter, die Nennleistung jeweils 6,8 Megawatt.

Das immissionsschutzrechtliche Genehmigungsverfahren läuft beim Landratsamt. Die öffentliche Bekanntmachung erfolgte am 14. Juli 2026, die erneute Offenlage der Unterlagen fand vom 12. August 2026 bis einschließlich 11. September 2026 statt. Im Rahmen des Genehmigungsverfahrens war auch das gemeindliche Einvernehmen der Gemeinde Roigheim erforderlich.

Der Gemeinderat erteilte das gemeindliche Einvernehmen einstimmig. Damit ist das Genehmigungsverfahren noch nicht abgeschlossen. Nach einer möglichen Genehmigung soll das Vorhaben an der Ausschreibung der Bundesnetzagentur teilnehmen. Erst danach stehen die weiteren wirtschaftlichen Voraussetzungen für die Realisierung des Windparks fest.

Haushaltswirtschaft der Gemeinde Roigheim zum 30.06.2026

Anschließend berichtete die Verwaltung über den Stand der Haushaltswirtschaft zum 30.06.2026. 

Die Gemeinde Roigheim ist einer der wenigen Kommunen, die für das Jahr 2026 noch einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen konnte. Erfreulicherweise zeichnet sich bei den Gewerbesteuereinnahmen eine deutlich positivere Entwicklung, als im Plan angenommen, ab, was der Gemeinde zunächst einen Liquiditätsvorteil verschafft. Bei den Gewerbesteuereinnahmen handele es sich vornehmlich um Vorauszahlungen, mit deren Anpassungen jederzeit gerechnet werden müsse. Außerdem führen die guten Steuereinnahmen zu einer hohen Steuerkraft, die im Jahr 2028 Basis für die Umlagezahlungen an das Land und den Kreis dient. 

Der Verlauf der Haushaltswirtschaft ist des Weiteren planmäßig. Insgesamt waren zum 30.06.2026 57,58 % der geplanten Einzahlungen aus laufender Verwaltungstätigkeit realisiert. Bei den Auszahlungen aus laufender Verwaltungstätigkeit waren es 49,95 %.

Von den geplanten Investitionsmaßnahmen im Jahr 2026 sind bereits einige umgesetzt worden. So konnte die Umrüstung der Feuerwehr auf Digitalfunk abgeschlossen werden und der veranschlagte mobile Stromerzeugerbeschafft werden. Ebenso wurde der Ausbau des neuen Mehrzweckfahrzeugs der Feuerwehr abgeschlossen. Für die mit 100.000 EUR geplante Sanierung des Abwasserkanal von der Eugen-Reichert-Straße zur Baumgartenstraße beabsichtigt die Gemeinde, zum 01.10.2026 einen Förderantrag zu stellen, weshalb im Jahr 2026 nur Kosten für die Planung und vorbereitende Arbeiten anfallen werden. Aktuelle Kostenberechnungen haben außerdem gezeigt, dass die Maßnahme deutlich teurer wird, was in der Haushaltsplanung 2027 zu berücksichtigen ist. Die Abrechnung der Erweiterung der Verbundschule Möckmühl ist vom Verband noch auf dieses Jahr zugesagt. Die Sanierung der Friedhofstreppe ist im Haushalt mit 60.000 EUR veranschlagt. Die Vergabe erfolgte bisher in Höhe von ca. 28.000 EUR. Hinzu kommen noch die Kosten für die Anpassung des Geländers.

Die Auszahlungen für Finanzierungstätigkeit, hier für die Tilgung der Darlehen, verlaufen planmäßig.

Zum 30. Juni 2026 betrug der ausgewiesene Endbestand an Zahlungsmitteln 264.643,53 Euro. Zusätzlich hatte die Gemeinde 800.000 Euro kurzfristig als Festgeld angelegt. Unter Berücksichtigung dieser Anlagen ergibt sich zum Stichtag ein Betrag von rund 1,065 Millionen Euro. Gegenüber dem Jahresbeginn hatte sich dieser Betrag damit um rund 364.000 Euro erhöht.

Der Gemeinderat nahm den Bericht über die Haushaltswirtschaft zum 30. Juni 2026 einstimmig zur Kenntnis.

Verschiedenes

Unter dem letzten Tagesordnungspunkt „Verschiedenes“ wurden unter anderem folgende Themen besprochen:

Bekanntgabe Zuschüsse zur Erweiterung Feuerwehrhaus

Es wird bekanntgegeben, dass der Gemeinde für die Erweiterung des Feuerwehrhauses Bewilligungsbescheide über insgesamt 430.000 EUR vorliegen. Hierbei handelst es sich zum einen um den Zuschuss nach der Verwaltungsvorschrift über Zuwendungen für das Feuerwehrwesens in Höhe von 180.000 EUR und eine Zusage über Mittel aus dem Ausgleichstock in Höhe von 250.000 EUR.

Bittelbronner Straße 

Starke Befahrung der Bittelbronner Straße durch Sperrung der L1095 Roigheim – Möckmühl

Aus den Reihen des Gremiums wird auf die Parksituation am Straßenrand hingewiesen. 

Parkverbot während Zeit der Sperrung der L1095?

Die Vorsitzende weist darauf hin, dass dies Sache des Landkreises ist. Die Geschwindigkeit wurde zwischenzeitlich begrenzt. 

Sperrung L1095

Update

Die Sperrung der Landstraße L1095 zwischen Roigheim und Möckmühl besteht bis auf Weiteres, derzeit voraussichtlich bis Freitag, den 25.09.2026. 

Nach Informationen der Straßenmeisterei ist sogar von einem längeren Zeitraum auszugehen. Es sind geologische Untersuchungen notwendig – im Anschluss muss die Straße gesichert werden. Die Umleitung erfolgt über Bittelbronn.

Die Zufahrt zur Kläranlage ist frei.

Feldwegeunterhaltung

Es wird auf den teilweise schlechten Zustand der Feldwege in Roigheim hingewiesen. Es wird eine Priorisierung der betroffenen Feldwege nach Dringlichkeit und Sanierungsbedarf vorgenommen. Die Verwaltung wird sich der Angelegenheit annehmen.